So hält Freiburg im Lockdown durch und bleibt fit

Das Uni Café in der Niemensstraße ist ein beliebter Treffpunkt im Freiburger Bermudadreieck. Auch Francis Jimenez arbeitet schon seit Jahren in dem Familienbetrieb und ist außerdem treues kraft.werk-Mitglied. Wir wollten von dem Gastronomen erfahren, wie es ihm in der aktuellen Situation ergeht, vor welchen Herausforderungen die Freiburger Gastronomie steht aber auch, wie er sich während des Lockdowns fit hält. 

Hallo Francis, wie geht es Dir aktuell?

Mir geht es den Umständen entsprechend gut, die Situation zehrt nur langsam ein wenig an den Nerven.

Wie hast Du die letzten Monate verbracht?

Wie viele andere auch, habe ich mich um Sachen gekümmert, die im normalen Alltag auf der Strecke bleiben – sowohl geschäftlich als auch privat.

Neue Rezepte ausprobieren, Makramee, puzzeln – neue Hobbys stehen derzeit hoch im Kurs. Konntest Du eine neue Leidenschaft für Dich entdecken?

Tatsächlich habe ich ein neues Hobby. Ich war auch vor Corona nicht wenig in der Natur unterwegs, aber gerade jetzt während des Lockdowns immer mehr. Und deshalb kann ich nach diesem Winter schon guten Gewissens sagen, dass ich gerne wandern gehe. Als wir noch mehr Schnee hatten, sind wir zum Beispiel von Hofsgrund zum Schauinsland gewandert, das war eine tolle Strecke.

Welche Auswirkungen hat Corona auf den Betrieb im UC und die gesamte Branche?

Das UC musste, wie die gesamte Gastronomie, zum 1. November letzten Jahres schließen. Seitdem sind wir komplett stillgelegt, alle Mitarbeiter in Kurzarbeit. Schweren Herzens ist in dieser Zeit zum Beispiel unsere legendäre Weihnachtsparty, die wir tagsüber an Heiligabend mit unseren Gästen im UC feiern, ausgefallen. Und schon Anfang dieses Jahres hatten wir ja richtig gutes Wetter in Freiburg mit bis zu 20°C. Wenn man an so schönen Tagen durch die Stadt läuft und sieht, dass alles leer ist, dann tut das schon weh.

Vor welche Herausforderungen wird das UC bzw. die Branche insgesamt gestellt?

Tatsächlich stellt uns Corona vor die größte Herausforderung in der Geschichte des UC. Mein Vater hat schon vor 25 Jahren mit dem UC gestartet, es auf- und immer weiter ausgebaut. Das Rauchverbot, die Belegpflicht vor einem Jahr, all das steht aber in keinem Vergleich zur aktuellen Situation. Denn gefühlt kommen täglich neue Herausforderungen auf uns zu. Ständig gibt es irgendwelche Änderungen, aber trotzdem keinen richtigen Plan. Zum Beispiel der neue Öffnungsplan: Theoretisch wie praktisch ist es für uns unmöglich damit zu arbeiten. Falls wir kurz nach der Öffnung wieder schließen müssten, würden wir wieder auf dem kompletten Einkauf sitzenbleiben. Und auch die Personalplanung wäre wieder hinfällig.

Und was schätzt Du, wann sich die Gäste wieder auf einen Cappuccino auf der UC-Terrasse freuen können?

Unsere ursprüngliche Vermutung, also quasi das Worst-Case-Szenario, war, dass wir Anfang April wieder öffnen werden. Mittlerweile muss man ja schon hoffen, dass es überhaupt irgendwann im April oder Mai sein wird. Aber auch wir haben keine Insiderinformationen bzw. erfahren nicht mehr als andere.

Was erwartet die Gäste, wenn es im UC wieder losgeht?

Unsere Gäste können sich auf ein top motiviertes Team freuen. Alle Mitarbeiter stehen in den Startlöchern und wollen so bald wie möglich wieder loslegen. Es wird auch ein paar Neuigkeiten geben. Dazu möchte ich aber noch nicht so viel verraten, es soll eine kleine Überraschung werden.

Du bist Mitglied im kraft.werk. Wie geht es Dir ohne das Training im Studio?

Genau, am liebsten trainiere ich im kraft.werk Gundelfingen, aber ich wechsle auch mal gerne das Studio und bin immer wieder mal auch im Fitness-Loft West oder im Fitness-Loft Gundelfingen. Das Training im Studio fehlt mir definitiv! Ich gehe super gerne ins Fitness, das Training macht mir sehr viel Spaß und es ist ein super Ausgleich zum Alltag. Sport bzw. sich fit zu halten hat nicht nur etwas mit der Optik zu tun. Es ist gerade auch dann wichtig, wenn man in der Gastro arbeitet. Arme, Rücken, Beine werden belastet, wir sind ständig in Bewegung, tragen schwere Kisten und Tabletts. Da sollte man ganz besonders darauf achten, seinen Körper fit zu halten.

Wie sieht Deine Trainings-Routine im Normalfall aus?

In der Regel gehe ich vier Mal die Woche ins Fitness. Ich habe keine festen Wochentage, an denen ich ins Studio gehe, aber ich trainiere nach einem festen Trainingsplan.

Was vermisst Du am Training am meisten?

Was mir aktuell am meisten fehlt, sind die schweren Gewichte. Die kann man auch nicht einfach so ersetzen. Wenn man einen schweren Gegenstand findet, dann ist er meistens unhandlich. Und klar, die Leute im Studio fehlen definitiv auch. Training zu zweit ist immer besser als alleine, weil man sich dann auch die Motivation teilt und sich gegenseitig pushen kann.

Und wie hälst Du Dich während des Lockdowns fit?

Ich muss gestehen, dass es am Anfang ziemlich schwierig war und ich wenig bis gar keinen Sport gemacht habe. Dann habe ich angefangen alles mögliche auszuprobieren. Und letztendlich bin ich beim Laufen hängengeblieben und mache Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, gerne draußen auf Outdoor-Trainingsplätzen.

Zum Abschluss: Was ist Dein persönlicher Durchhalte- bzw. Fithalte-Tipp?

Zu zweit trainieren ist immer besser als alleine. Und ansonsten finde ich einen geregelten Tagesablauf wichtig, also dass man eine Routine im Alltag hat, zum Beispiel immer zur gleichen Zeit aufsteht, regelmäßig und bewusst isst.

Vielen Dank, Francis, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast. Wir drücken die Daumen, dass es schon bald wieder im UC losgehen kann und freuen uns auf ein Wiedersehen auf der Trainingsfläche im kraft.werk!